Welcher Hund passt als Assistenzhund?

Wesen, Gesundheit, Vorgaben der AHundV und Hundetypen im Überblick. Ratgeber der AS Hundeschule Olching.

Welcher Hund als Assistenzhund infrage kommt, lässt sich nicht allein an der Rasse ablesen. Sie gibt Hinweise auf Größe, Fell und typische Veranlagungen. Ob ein Hund wirklich geeignet ist, entscheidet aber der einzelne Hund: sein Wesen, seine Gesundheit und wie gut er zu deinem Alltag passt. Deshalb findest du hier die wichtigsten Kriterien statt eines schnellen Tests.

Was jeder Assistenzhund mitbringen sollte

  • freundlich und menschenbezogen
  • umweltsicher und neugierig, aber nicht schreckhaft
  • erholt sich schnell nach Stress
  • lernfreudig und gut führbar
  • verträglich mit Menschen und anderen Hunden
  • kein ausgeprägter Jagd- oder Schutztrieb
  • gesund und körperlich belastbar

Was die Assistenzhundeverordnung vorgibt

  • Ab 12 Monaten muss der Hund tierärztlich untersucht werden, inklusive Röntgen von Hüfte, Ellenbogen und Lendenwirbelsäule.
  • Ausgeschlossen sind Hunde z. B. mit chronischen Erkrankungen wie Epilepsie oder Diabetes, mit Hüftdysplasie ab Grad D1, Ellenbogendysplasie ab Grad 1 oder mit Qualzuchtmerkmalen.
  • Bei Hunden mit Merle-Faktor kann ein Hörtest nötig sein.
  • Der Hund darf nicht als Schutz-, Wach- oder Herdenschutzhund trainiert worden sein.
  • Hündinnen dürfen nicht in der Zucht eingesetzt werden.
  • Körperbau und Rasse müssen zur geplanten Assistenzhundart passen.

Fragen, die du dir vorher stellen solltest

  • Welche Aufgaben soll dein Hund übernehmen? Für Mobilitätsaufgaben braucht es Größe und Kraft. Bei Warn- und Anzeigehunden zählen Nase und Konzentration, bei PSB-Hunden Gelassenheit und Nähe.
  • Wie sieht dein Alltag aus? Bist du viel unterwegs, in Bus und Bahn, im Büro?
  • Wie wohnst du? Wie viel Platz und Grün gibt es in der Nähe?
  • Wie viel Bewegung kannst du bieten, auch an schlechten Tagen?
  • Gibt es Allergien in deinem Haushalt?
  • Welpe oder erwachsener Hund?
  • Wie viel Erfahrung mit Hunden hast du?

Hundetypen im Überblick

Golden Retriever

Retriever

(z. B. Labrador, Golden Retriever)

Stärken: freundlich, hohe Reizschwelle, trägt und apportiert gern, kann Dinge sanft im Maul halten.

Beachten: haart spürbar. Hüfte und Ellenbogen sollten gründlich untersucht werden.

Häufig eingesetzt als: Mobilitäts-, PSB- und Signalhund.

Pudel

Pudel und Wasserhunde

(z. B. Groß- und Kleinpudel, Portugiesischer Wasserhund)

Stärken: sehr lernfreudig, aufmerksam, feine Nase.

Beachten: Das Fell haart kaum, braucht aber viel Pflege und alle 6–8 Wochen eine Schur. Diese Hunde brauchen geistige Auslastung und reagieren sensibel auf Stimmungen. Kein Hund ist allergenfrei. Teste bei einer Allergie deshalb immer, wie du auf den einzelnen Hund reagierst. Bei Doodles fallen Fell und Wesen sehr unterschiedlich aus.

Häufig eingesetzt als: Warn-, Anzeige- und PSB-Hund.

Australian Shepherd

Hütehunde

(z. B. Collie, Kurzhaarcollie, Australian Shepherd)

Stärken: sehr aufmerksam, reagieren schnell, arbeiten präzise.

Beachten: hoher Bedarf an Bewegung und Beschäftigung. Sie reagieren stark auf Umweltreize und Stimmungen, deshalb kommen sie für PSB nur nach sorgfältiger Einzelprüfung infrage. Bei Merle-Hunden ist ein Hörtest nötig, ein MDR1-Test ist sinnvoll.

Häufig eingesetzt als: Mobilitätshund bei aktiven Menschen.

Kleiner Mischlingshund

Kleine Hunde

(z. B. Kleinpudel, Markiesje, kleine Mischlinge)

Stärken: handlich, brauchen wenig Platz und lassen sich unkompliziert mitnehmen.

Beachten: Für Mobilitätsaufgaben, die Kraft brauchen, sind sie ungeeignet.

Häufig eingesetzt als: Warn-, Anzeige-, Signal- und PSB-Hund.

Hund aus dem Tierschutz

Hunde aus dem Tierschutz und Mischlinge

Stärken: Bei erwachsenen Hunden lassen sich Wesen und Gesundheit schon vor der Ausbildung gut einschätzen.
Ideal: 1–2 Jahre alt, mittelgroß, gesund.

Nicht geeignet: Hunde mit starkem Misstrauen, ausgeprägter Angst oder Aggression, starkem Schutztrieb oder extremer Schreckhaftigkeit.

Beachten: Die Vorgeschichte ist oft unbekannt, deshalb ist eine gründliche Einschätzung vor der Entscheidung besonders wichtig.

Welpe oder erwachsener Hund?

Einen Welpen kannst du von Anfang an prägen. Ein Welpentest gibt erste Hinweise, ob er sich eignen könnte. Sicher beurteilen lassen sich Wesen und Gesundheit aber erst später. Bei einem erwachsenen Hund kannst du beides vorher prüfen lassen, das senkt das Risiko. Die eigentliche Assistenzhundeausbildung beginnt in jedem Fall frühestens mit 15 Monaten.

Wie es nach der Auswahl weitergeht, liest du unter Selbstausbildung und Ablauf.

Welpe
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