Selbstausbildung zum Assistenzhund: So läuft die Begleitung ab
Du möchtest deinen Assistenzhund selbst ausbilden? Bei der Selbstausbildung trainierst du deinen eigenen Hund zum Assistenzhund. Ich leite euch an, plane mit dir das Training und begleite euch durch alle Phasen, von der Auswahl des Hundes bis zur Prüfung und darüber hinaus. Wir trainieren dort, wo du den Hund später brauchst: bei dir zu Hause, im Supermarkt, im Bus oder in der Arztpraxis.
Die Voraussetzungen
Für dich
- Du hast eine Behinderung oder Beeinträchtigung, bei der ein Assistenzhund dich im Alltag unterstützen kann.
- Du hast Zeit und Kraft, regelmäßig mit deinem Hund zu trainieren, auch zwischen unseren Terminen.
- Du kannst einen Hund artgerecht halten, oder eine Bezugsperson unterstützt dich dabei.
Für deinen Hund
- Er ist gesund. Vor Beginn der Assistenzhundeausbildung wird er tierärztlich untersucht.
- Er ist wesensfest, freundlich und belastbar.
- Er besteht den Eignungstest, den ich ab einem Alter von 12 Monaten durchführe.
Du hast schon einen Hund? Dann schauen wir gemeinsam, ob er sich eignet. Du suchst noch einen? Dann helfe ich dir bei der Auswahl.
Dein Weg in fünf Schritten
1. Kostenloses Telefongespräch
In 15 bis 30 Minuten lernen wir uns kennen. Du erzählst mir von deiner Situation, ich beantworte deine ersten Fragen, und wir klären, ob eine Zusammenarbeit passt.
2. Beratung bei dir zu Hause
Bei einem ausführlichen Termin lerne ich dich, dein Umfeld und gegebenenfalls deinen Hund kennen. Wir besprechen, wobei dich ein Assistenzhund unterstützen soll, und ich erkläre dir ehrlich, was ein Assistenzhund leisten kann und was nicht. Ein Assistenzhund ersetzt keine Therapie und keine Behandlung.
Danach bekommst du ein individuelles Angebot und einen ersten Trainingsplan. Diese Beratung ist kostenpflichtig.
3. Klare Vereinbarungen
Bevor wir starten, halten wir alles in einem Vertrag fest: was du von mir bekommst und was du selbst beiträgst. Dazu gehört auch meine Schweigepflicht. Alles, was du mir anvertraust, bleibt bei mir, es sei denn, du entbindest mich ausdrücklich davon.
4. Der passende Hund
Größe, Temperament und Rasse müssen zu deinen Aufgaben und deinem Alltag passen. Ich berate dich bei der Suche nach seriösen Züchtern oder Tierschutzorganisationen und bewerte mit dir Angebote. Auf Wunsch teste ich ausgewählte Welpen auf ihre Eignung. Ein Welpentest ist eine gute Entscheidungshilfe, garantiert aber keine spätere Eignung.
Welcher Hund passt als Assistenzhund?
5. Finanzierung und Anträge
Je nach Situation können verschiedene Kostenträger infrage kommen. Ich informiere dich über die Möglichkeiten und unterstütze dich bei den Unterlagen, zum Beispiel mit einem ausführlichen Ausbildungsplan für deinen Antrag.
Mehr zu Kosten und Finanzierung
Stand der Zulassung: Die Assistenzhundeverordnung sieht vor, dass Ausbildungsstätten durch eine fachliche Stelle zugelassen werden. Diese Stelle hat ihre Arbeit bisher nicht aufgenommen. Derzeit kann deshalb keine Trainerin und keine Ausbildungsstätte in Deutschland eine solche Zulassung vorweisen. Meine Unterlagen liegen bereit. Ich reiche sie ein, sobald das möglich ist. Bis dahin halte ich mich an die Vorgaben der AHundV und orientiere mich zusätzlich an den internationalen Standards von Assistance Dogs International (ADI).
Die vier Phasen der Ausbildung
Phase 1: Grundtraining (ab ca. 8 Wochen)
Dein Hund lernt die Welt kennen: Menschen, Geräusche, Orte. Er lernt erste Signale wie Rückruf und Sitz, entspannt zur Ruhe zu kommen und sich gern anfassen und untersuchen zu lassen. Du bekommst das Wissen, das du für das tägliche Training brauchst.
Phase 2: Aufbautraining (ca. 5. bis 12. Monat)
Was dein Hund gelernt hat, festigen wir jetzt in immer anspruchsvolleren Situationen: in der Fußgängerzone, im Bus, im Café, in der Arztpraxis. Ich begleite euch auch durch die Pubertät des Hundes. Bei Warn- und Anzeigehunden beginnen wir spielerisch mit dem Anzeigeverhalten.
Phase 3: Assistenzhundetraining (ab 15 Monaten)
Hat dein Hund die tierärztliche Untersuchung und den Eignungstest bestanden, beginnt die eigentliche Assistenzhundeausbildung. Laut Assistenzhundeverordnung frühestens, wenn der Hund 15 Monate alt ist. Bei Warn- und Anzeigehunden für Stoffwechselerkrankungen kann das Anzeigetraining schon früher beginnen.
Dein Hund lernt die Aufgaben, die du im Alltag brauchst. Begleitend bekommst du Theorieunterricht zu Recht, Hundeverhalten und den Anforderungen an ein Assistenzhund-Team.
Die Verordnung sieht für die Begleitung der Selbstausbildung mindestens 60 Stunden über mindestens zwei Monate vor. Wie viel du darüber hinaus brauchst, richtet sich nach dir und deinem Hund.
Phase 4: Vorbereitung auf die Prüfung (ab 21 Monaten)
Wir üben die Prüfungssituation, bis ihr euch sicher fühlt. Die Prüfung nach Assistenzhundeverordnung findet bei dir zu Hause und in deinem Alltag statt. Sie besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Dein Hund muss dann mindestens 21 Monate alt sein. Nach bestandener Prüfung gilt die Zertifizierung, bis dein Hund zehn Jahre alt ist. Danach kann sie verlängert werden.
Hinweis: Die Zeitangaben gelten, wenn wir mit einem Welpen starten. Mit einem erwachsenen Hund kann sich der Ablauf verkürzen.
Gut zu wissen: Die Prüfung nimmt ein unabhängiger, akkreditierter Prüfer ab, nicht ich. Derzeit werden die gesetzlichen Grundlagen für Assistenzhunde überarbeitet, und Prüfungen nach dem neuen Verfahren finden noch nicht statt. Ich halte dich auf dem Laufenden und bereite euch so vor, dass ihr bereit seid, sobald Prüfungen möglich sind.
Nach der Prüfung: Ich bleibe an eurer Seite
Die Assistenzhundeverordnung sieht eine Nachbetreuung vor. Für mich ist das eine Herzensangelegenheit.
- Auffrischungstreffen und Workshops
- Ansprechpartnerin bei Fragen und Veränderungen im Alltag
- Unterstützung, wenn sich die Situation ändert, zum Beispiel beim Hund oder in deinem Leben
- auf Wunsch eine jährliche Nachkontrolle: Wir schauen gemeinsam, ob die Aufgaben noch passen und zuverlässig klappen
Noch mehr Fragen? Antworten findest du in den häufigen Fragen zum Assistenzhund. Zum Weiterlesen und -hören: meine Buch- und Podcast-Tipps.
So arbeite ich
- Gewaltfrei: Ich trainiere ausschließlich mit positiver Verstärkung. Dein Hund lernt mit Freude.
- Auf Augenhöhe: Du bist die Expertin oder der Experte für dein Leben. Wir gestalten den Weg gemeinsam.
- Individuell: Jedes Team bekommt einen eigenen Trainingsplan, den wir regelmäßig anpassen.
- Das Wohl des Hundes zuerst: ausreichend Ruhe, artgerechte Beschäftigung, keine Überforderung.
- Vernetzt: Wenn du möchtest, stimme ich mich mit deinen Therapeutinnen, Therapeuten oder Ärzten ab, aber nur mit deinem Einverständnis.
Lass uns sprechen
Du überlegst, ob ein Assistenzhund für dich infrage kommt, oder suchst Unterstützung im Training? Ruf mich an oder schreib mir. Das erste Telefongespräch (15 bis 30 Minuten) ist kostenlos.
